dies ist die vorgeschichte.

Es ist gerade einmal zwei monate her, als mein leben jene wendung nahm, die mich schließlich auf den gedanken brachte, meine existenz im jenseits aufzugeben und "mit sack und pack" ins diesseits umzusiedeln.
möglich machte dies ein kleiner, etwa brieftaschen großer apparat, ein sogenannte DISSOUDRATEUR, den ich bei einem meiner ausgedehnten streifzüge durchs netz gefunden habe. nach einem download von der "magischen seite" und dem anschließenden entpacken fand ich zu meinem erstaunen direkt vor meinem monitor jenen gegenstand, den ich ihnen gerade beschreiben will.
als erstes wollte ich natürlich auf die seite zurück, von der ich mir den dissoudrateur heruntergeladen hatte. allein, meine bemühungen schlugen fehl. "page not found" sagte mein computer und alle suchmaschinen, die ich das netz rauf und runter nach jener magischen seite forschen ließ, wußten auch nichts anderes zu vermelden. ich wendete mein interesse also dem "entstofflicher", wie ich ihn heute selbst bezeichne, zu.
eine glatte silbern glänzende oberfläche, zwei versenkte knöpfe, von denen der eine blau, der andere in sanftem gold schimmert. nach ein paar tagen hatte ich den dreh raus: ich arbeite gerade an meiner website und der entstofflicher liegt auf dem schreibtisch, neben der tastatur. gedankenverloren drücke ich den blauen knopf und in genau demselben moment spüre ich eine leichte hitze und dann kracht es, weil der monitor und die tastatur auf den boden fallen.
der tisch war verschwunden!
nachdem ich mein computersystem wieder soweit hergestellt hatte, fand ich zu meinem größten erstaunen genau meinen schreibtisch auf meiner website wieder. genau mein schreibtisch! ein klick auf die schublade, alles noch da. alle sachen aus der schublade befanden sich nun ebenfalls im netz. genial! noch ein paar versuche und dann keimte diese irre idee in meinem kopf: Ich ziehe ins netz!

was folgte, waren jede menge durchwachter nächte, in denen ich nach und nach alle gegenstände entstofflichte und ins netz transportierte, die mich umgaben. wichtig dabei war die reihenfolge. blöderweise hatte ich unter den ersten dinge meine kaffeekanne ins netz gebracht, und nun fehlte sie mir jeden morgen. ein umwandlung zurück gabs natürlich nicht, denn der dissoudrateur befand sich ja hier und die kanne war im netz.
aber endlich war alles geschafft. selbst meine papiere, das geld, die privaten fotos, meine rentenunterlagen: alles befand sich im netz. was fehlte, war ich.


soweit also meine geschichte. sollte der versuch glücken, den ich jetzt gleich im anschluß wagen werde, finden sie weitere informationen in meinem tagebuch. es liegt im wohnzimmer, in der schublade von meinem schreibtisch.